Fünf Seiten, die jede künstlerische Website haben sollte

Die grundlegende Struktur einer Künstlerwebseite: Portfolio, Biografie, CV, Kontakt. Wie Sie Ihre Online-Präsenz organisieren, damit Kuratoren und Sammler Sie finden.

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Fünf Seiten, die jede künstlerische Website haben sollte

Fünf Seiten, die jede Künstler-Website haben muss

Über die Website-Struktur solltest du nicht kreativ sein. Es gibt einen Standard – und Galerien, Kuratoren, Sammler erwarten genau diesen Standard. Wenn du dich davon abweichst, bekommen Menschen deine Werke nicht zu sehen. Und schwer zu finden ist gleichbedeutend mit nicht existent. Jedes Mal, wenn jemand eine Minute lang nach deinem Portfolio sucht, bevor er es findet, klickt er weiter zum nächsten Künstler. Diese Person ist dann weg. Stick mit dem Standard. Menschen wissen bereits, wo sie Informationen suchen – gib ihnen das, was sie erwarben.

Startseite – die erste Sekunde zählt

Die erste Sekunde entscheidet alles. Jemand öffnet deine Website, und in einer Sekunde trifft er eine Entscheidung: Bleiben oder schließen. Das ist nicht dramatisch – das ist Realität. Zeige dein stärkstes Werk oder deine beste Serie. Minimaler Text, maximales Bild. Ein großes, hochqualitatives Foto, das sofort sagt: Hier ist ein ernsthafter Künstler. Schau hin. Und danach ein klarer Call-to-Action – zum Portfolio, zum Shop, zum Newsletter, zu deinen Kontakten.

Versuche nicht, alles auf der Startseite zu packen. Das ist ein Eingang, kein Katalog. Eine starke visuelle Aussage, dann Navigation. Manche der besten Künstler-Websites funktionieren so: ein Bild, ein Satz, ein Button der sagt „Meine Arbeiten ansehen„. Das funktioniert besser als eine komplexe, überladene Seite mit zu vielen Elementen.

Portfolio – das Herz deiner Website

Das ist das Wichtigste. Hier leben deine Werke. Hier entscheidet der Besucher: Interessiert mich das oder nicht? Jedes Werk braucht: hochqualitatives Foto, Titel, Jahr, Technik, Abmessungen, Status (verfügbar, verkauft, Auftrag). Die Fotos müssen groß sein. Wirklich groß. Kleine Thumbnails zeigen nichts. Wenn jemand auf dein Werk klickt, öffnet sich eine volle Version mit Details.

Wenn du in Serien arbeitest, organisiere dein Portfolio nach Serien – nicht chronologisch. Eine Serie wie „Stille“ bekommt eine eigene Sektion, wo alle Werke zusammenhängen. Zwei bis drei Absätze erklären die Serie: Was hat dich inspiriert? Welches Konzept dahinter? Ein Kurator muss Logik sehen – nicht nur ein zufälliger Haufen von Arbeiten. Er muss verstehen, dass dies deine künstlerische Praxis ist, organisiert, durchdacht.

Wenn du viele Werke hast, nutze Filter. Nach Serie, nach Technik, nach Jahr. Das macht es einfacher für den Besucher, zu navigieren ohne unendlich zu scrollen. Verstopfe dein Portfolio nicht mit alten Arbeiten. Werke älter als fünf Jahre kannst du deaktivieren – es sei denn, sie sind besonders bedeutsam oder aktuelle Sammlerstücke. Neuere Arbeiten ziehen mehr Aufmerksamkeit an.

Über mich – eine vollständige Seite

Hier gehört deine Biografie, dein Artist Statement, ein professionelles Porträt – alles. Aber nicht als trockene Faktenaufzählung. Nicht als autobiografischer Roman. Kurz und prägnant: Wer bist du? Was machst du?

Zwei Versionen helfen. Eine kurze Version – drei bis fünf Sätze für eilige Leser: „Künstlerin aus Wien, arbeite mit Farbe und Papier, erforscht Bewegung und Raum, stelle in Österreich und Deutschland aus.„ Eine ausführliche Version – fünf bis zehn Absätze für die, die tiefer eintauchen möchten. Erzähle von deinem Weg. Von deinen Inspirationen. Von deiner künstlerischen Entwicklung. Dein Artist Statement – zweihundert bis dreihundert Wörter über deine künstlerische Philosophie – beantwortet die zentrale Frage: Warum machst du Kunst? Was trieb dich an? Wie siehst du deine Arbeit in der Welt?

Ein professionelles Porträtfoto ist wichtig. Nicht ein Selfie vom Handy. Ein echtes Foto – von einem Fotografen oder jemandem, der es kann. Ein Foto, das zeigt, wer du wirklich bist. Menschen werden dich auf Ausstellungen erkennen wollen. Das Porträt ist Teil deiner Marke, Teil deiner Präsentation.

Lebenslauf – die Dokumentation deiner Karriere

Ausstellungen, Ausbildung, Preise, Sammlungen, Publikationen – alle von neu bis alt. Aktualisiere deinen CV nach jeder Ausstellung. Das ist kritisch. Ein Kurator, der deine Website besucht und einen veralteten CV sieht, denkt unterbewusst: „Diese Künstlerin aktualisiert ihre Website nicht. Sie ist nicht aktiv. Sie kümmert sich nicht um Details.“ Das ist unbewusst, aber das Signal ist sehr stark.

Das Format: Ausstellungen oben, neueste zuerst. Dann Ausbildung – Schulen, Akademien, Residenzen. Dann Publikationen – Zeitschriften, Kataloge, Medien. Dann Preise – alle. Dann Sammlungen (falls zutreffend) – das zeigt, dass deine Arbeiten bedeutsam sind. Biete ein PDF zum Download an. Manche Menschen speichern gerne.

Dein CV wird wahrscheinlich bescheidener aussehen als du dir wünschst. Das ist normal. Nicht alle Ausstellungen sind gleich gewichtig. Eine nationale Museumsausstellung und eine kleine Gruppenshow in einem Café – das sind nicht das gleiche. Liste alles auf, aber organisiere nach Bedeutung, nicht nach Chronologie. Deine wichtigsten Ausstellungen sollten prominent oben stehen.

Kontakt – mach es einfach

Kontaktformular, Email, Links zu sozialen Medien. Ein Mensch sollte deine Kontaktinformation in zehn Sekunden finden. Wenn ein potenzieller Käufer oder Kurator das nicht findet, schließt er deinen Tab und geht weiter. Das Contact kann eine eigene Seite sein oder im Footer präsent. Der Footer funktioniert besser – Menschen scrollen nach unten und sehen Kontakte natürlich dort.

Deine Email-Adresse muss deutlich sichtbar sein. Links zu Instagram, falls du dort aktiv bist. Telefonnummer, falls du erreichbar sein möchtest. Viele Künstler erstellen eine separate Email-Adresse speziell für Anfragen. Ein Kontaktformular auf der Website ist praktisch – Menschen müssen keinen Email-Client öffnen, sie schreiben direkt auf deiner Website und deine Nachricht kommt an. Das erhöht die Konversion.

Optional – aber wertvoll

Ein Shop oder eine Seite „Verfügbare Arbeiten„ wenn du direkt verkaufst. Für jedes Werk: Foto, Preis, Abmessungen, Material, Zustand. Ein Button „Kaufen“ oder „Preis anfragen„. Manche Künstler geben keine genauen Preise an und laden zu privaten Anfragen ein – das funktioniert auch. Aber klare Preise regen oft schneller zum Kauf an.

Ein Blog oder eine News-Sektion. Ausstellungsankündigungen, neue Serien, Prozess-Updates. „Wie ich eine neue Serie entwickelt habe“, „Fotos der Eröffnung„, „Gedanken zu meinem Prozess.“ Das hilft mit SEO – Google mag frische Inhalte – und es hält Menschen auf deiner Website. Ein Post pro Monat ist schon ausreichend.

Presse und Publikationen. Wenn Medien, Kataloge, Rezensionen über deine Arbeiten geschrieben haben, zeige das. Das ist sozialer Beweis – Menschen sehen, dass etablierte Publikationen über dich schreiben, und vertrauen dir mehr automatisch. Du brauchst nicht den ganzen Text zu reprieren – nur Links und Titel.

Kommissionen. Wenn du Auftragsarbeiten annimmst, erkläre den Prozess. Zeige Beispiele. Gib ungefähre Preise und Zeitrahmen. Menschen wollen wissen: Wie funktioniert das? Was kostet es? Wie lange dauert es? Klare Erwartungen sind die Hälfte des Erfolgs.

Ein einfaches Prinzip – was kommt danach?

Jede Seite sollte eine klare Antwort auf diese Frage geben: Was mache ich als nächstes? Auf der Startseite – zum Portfolio. Im Portfolio – mehr Arbeiten sehen oder Kontakt aufnehmen. Auf „Über mich“ – Kontakt aufnehmen oder die Galerie erkunden. Bei Kontakt – schreiben oder anrufen. Wenn jemand aufgehört hat zu lesen und nicht weiß, wo es hingeht – du hast diese Person verloren. Ein klarer Call-to-Action auf jeder Seite ist kein Marketing-Trick. Es ist Respekt vor der Zeit und dem Interesse eines Menschen. Es ist grundlegende UX. Es sagt: Ich bin ein Profi. Ich respektiere deine Zeit.

Navigation – halte es einfach

Das Menü – oben oder seitlich – sollte einfach und klar sein. Maximal vier bis fünf Hauptpunkte: Portfolio, Über mich, Kontakt. Optional: Blog, Shop, Lebenslauf. Nicht mehr. Jeder Link führt in einem Klick dorthin. Wenn drei Klicks nötig sind, um zum Portfolio zu gelangen, ist das ein Fehler. Einfachheit ist Kraft. Versteck dein Menü nicht in einem Burger-Menü auf Desktop-Geräten. Das ist ein Anfängerfehler. Menschen müssen sofort sehen, wohin sie klicken können.

Mobile – das ist nicht optional

Siebzig bis achtzig Prozent deines Traffics kommt von Telefonen. Das bedeutet: Deine Website wird zuerst für Mobilgeräte gebaut, dann für Desktop angepasst. Nicht umgekehrt. Am Handy muss das Menü leicht zu handhaben sein. Buttons groß genug für Finger. Text lesbar ohne Vergrößerung. Bilder laden schnell. Wenn deine Website auf dem Computer schön aussieht, aber auf dem Handy schlecht, verlierst du siebzig bis achtzig Prozent deiner Besucher. Das sind mehr als die Hälfte deiner potenziellen Käufer. Weg.

Footer – deine zweite Chance

Wenn jemand bis zum Ende der Seite scrollt, bedeutet das tiefes Interesse. Diese Person hat gelesen, hat geschaut. Der Footer ist der letzte Kontakt, bevor sie deinen Tab schließt. Platziere dort das Wichtigste: Email, Telefon, Links zu sozialen Medien, Anmeldeformular für deine Newsletter. Viele Künstler vergessen ihre Kontaktdaten im Footer. Menschen schließen dann die Website, ohne zu wissen, wie sie dich erreichen können. Das ist ein Fehler. Der Footer ist deine zweite Chance zur Konversion. Ein Mensch scrollt nach unten, sieht deine Email, klickt drauf oder schreibt dir über Instagram.

Galerie und Interaktivität

Auf der Portfolio-Seite sollten deine Werke schön präsentiert sein. Großes Foto, das sich beim Klick öffnet und alle Details zeigt. Einige Plattformen erlauben Slideshows – du blätterst durch eine Serie mit Pfeilen, ohne die Seite zu verlassen. Das ist wertvoll, weil Interaktivität Menschen auf deiner Website hält. Sie scrollen länger, schauen mehr, verbringen mehr Zeit. Mehr Zeit auf der Website bedeutet bessere Chancen auf Konversion – dass jemand tatsächlich kauft oder kontaktiert.

Barrierefreiheit – es ist für alle besser

Denk an Menschen mit Sehschwächen. Der Kontrast zwischen Text und Hintergrund muss ausreichend sein. Die Schrift muss lesbar sein, auch auf kleinen Bildschirmen. Alt-Text zu jedem Bild – das ist nicht nur nett, es ist Respekt und es vergrößert dein Publikum. Ein Mensch mit Farbenblindheit will auch deine Kunstwerke ansehen. Menschen mit Sehproblemen hören gerne Beschreibungen. Wenn du auf Barrierefreiheit achtest, signalisierst du Professionalität und Respekt. Plus: Google bevorzugt Websites mit guter Barrierefreiheit – das ist auch gut für dein SEO-Ranking.

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